Die Geschichte der Stadt Medebach
Von 1144 bis heute
Bereits im 12. Jahrhundert trieben die Medebacher Kaufleute im regen Handel mit Hansekaufleuten von Wisby bis nach Reval.
Die Blütezeit der Kaufmannshanse fand jedoch in Medebach ein jähes Ende als es 1179 durch einen Vasall Heinrichs des Löwen zerstört wurde. In den folgenden Jahrhunderten erhielt Medebach dann ein eigenes Münz-, Markt- und Zollrecht und durfte Recht sprechen.
Schwer gebeutelt durch den 30-jährigen und den 7-jährigen Krieg, die Brände, Seuchen und Hunger mit sich brachten, mussten die Medebacher Bürger Ihre Stadt mehrmals wieder neu erbauen.
Lediglich das Kloster Glindfeld, dessen Ursprünge im Jahr 1177 als Augustinerinnen-Kloster in Küstelberg liegen, bildete in diesen schweren Zeiten den religiösen Mittelpunkt im Leben der Medebacher. Das Kloster wurde jedoch 1803 aufgehoben und das Vermögen dem Staat überschrieben.
Durch die Geschehnisse der vergangenen Jahrhunderte wurde Medebach von einer blühenden Hansestadt zu einer Ackerbürgerstadt, deren Bürger ihren Lebensunterhalt mit der Landwirtschaft verdienten.
Um 1900 begann ein langsamer Aufschwung. Durch den Ausbau der Verkehrsstraßen und den Bau der Schmalspurbahn Steinhelle-Medebach nahm die Stadt wieder am Wirtschaftsgeschehen teil und entwickelte sich im 20. Jahrhundert zur heutigen Tourismusregion, in der jedoch die Land- und Forstwirtschaft noch eine große Rolle spielt.
Historische Hinterlassenschaften
Zeugnisse der bewegten Geschichte finden sich vielerorts in Form von historischen Gebäuden wie der über 700 Jahre alten Andreaskapelle, dem Haus Ewers in Küstelberg oder den Fresenhof in Titmaringhausen.
Anschaulich dargestellt wird die Geschichte auch im Heimatmuseum der Stadt Medebach, dem Schwerspatmuseum Dreislar, der Langen Scheune in Berge oder der Heimatstube in Referinghausen.
Gelebte Tradition finden Sie jedoch auch in den liebevoll praktizierten Handwerkstätigkeit der Bewohner von Medebach. Die Dreggestobe in Düdinghausen und die Backhäuser in Berge und Deifeld pflegen Ihr Handwerk mit Vorführungen für Besucher. Auch historische Stadtrundgänge in Medebach und Düdinghausen stellen die Geschichte anschaulich dar. In Medebach können Sie sogar mp3-Dateien zu den einzelnen Stationen herunterladen.
Chronik
1144 | Erste urkundliche Erwähnung durch den Kölner Erzbischof Arnold von Wied |
|---|---|
vor 1177 | Gründung eines Augustinerinnen-Klosters in Küstelberg |
1165 | Bestätigung und Erweiterung der Stadtrechte durch Erzbischof Rainald von Dassel. Mitgliedschaft in der Hanse |
1179 | Zerstörung der Stadt durch Parteigänger Heinrichs des Löwen |
1220 | Patronatsrecht über die Kirche in Medebach der Propstei in Küstelberg durch Erzbischof Engelbert von Köln |
1297 | Verlegung des Augustinerinnenklosters von Küstelberg nach Glindfeld |
1323 | Verleihung des kurfürstlichen „privilegium de non evocando“: Medebacher Bürger dürfen nicht vom erzbischöflichen vor ein auswärtiges Gericht geladen werden |
1450 | Zum Ausgleich für die während der Soester Fehde (1444 - 1449) erlittenen Schäden erhält Medebach das Recht, eine Steuer auf Bier und Branntwein zu erheben |
1499 | Umwandlung des Nonnenklosters zu Glindfeld in ein Kreuzherrenstift |
1618-1648 | Mehrfache Verwüstung der Grenzstadt Medebach im Dreißigjährigen Krieg. Raub des Archivs im Jahr 1632. Ausbruch der Pest mit 322 Opfern im Jahr 1636. Vernichtung großer Teile der Stadt durch Brände |
1663 | Beisetzung der Streitigkeiten vom Erzbischof von Köln und den Grafen von Waldeck durch den „Düdinghauser Vergleich“ |
1844 | Vernichtung von 117 Häusern durch einen Stadtbrand |
1903 | Einweihung der Kleinbahn Steinhelle-Medebach am 1. Mai |
1945 | Besetzung durch amerikanische Truppen am 29. März |
1969 | Integration der selbstständigen Gemeinden und heutiger Ortsteile im Rahmen der Gebietsneugliederung am 1. Juli |
1994 | 850-Jahr-Feier der Stadt Medebach. |
Ausführliche Broschüre
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